Tournüre- ca 1870

4 November 2012, 11:13 -   - 

Meine erste Tournüre, zeitmäßig einzuordnen ca 1870.
Angefangen hatte alles mit diesem Schnittmuster, wo ich mir dachte dass ich dieses Kleid unbedingt haben müsste.

Verwendet habe ich dafür

Ikea Baumwolldite schwarz- keine genaueren Angaben da Fundus
7m Schottenkaro
10m schwarzer Baumwollköper
5m silbernen Taft
weiße Wäschespitze
weißer Baumwollstoff – Fundus
2m Rosshaareinlage
Silberknöpfe
Flachstahl 7.5mm
ca 2m steifer Tüll
2m dünne Gewebe Klebeeinlage

Schnittmuster

Unterbau von Laughing Moon
Silverado Korsett

Der Unterbau

Aber fangen wir lieber von unten an, schließlich braucht Frau unter so einem Kleid auch die richtige Garderobe.
Nach dem Silverado Korsett habe ich das Korsett genäht und das Unterkleid, auf die Unaussprechlichen habe ich mal dezent verzichtet.

Dazu kam dann der Unterbau von Laughing Moon. Stoff habe ich einfache weiße Baumwolle genommen (war im Stofffundus noch da) und Federstahl 7.5mm. Im Grünen Forum wurde berichtet das der Unterbau zum einfallen droht. Deshalb habe ich ein wenig rumprobiert und am Ende zusätzliche Querverstrebungen angebracht, mit Stahl drinnen. Das hat sich bewährt und trägt sich gut.

Dann kam über den Unterbau das Rüschenmonster sprich der Unterrock der verhindern soll, dass sich das Untergestell hervordrückt. Der Unterrock besteht aus Ikea Dite…und massig Ikea Dite Rüschen, damit dass ganze nicht so langweilig wird habe ich noch etwas weiße Wäscherüschen dran genäht, ja wer hat der kann.
In die oberen Porüschen hatte ich noch zusätzlich etwas Tüll mit reingelegt, damit gerade diese nicht einfallen.

Das Kleid

Ich hatte mich langezeit schwer damit getan wie das Kleid nun schlußendlich werden soll, gestreift, rot oder doch schwarz, hm auf gar keinen fall kariert. Das schien mir zu anstrengend. Hm tja irgendwie ich weiß auch nicht ist es dann doch dieses Schottenkaro geworden.
Die Schürze und die Jacke bestehen aus dem Schottenkaro, der Rock und die Weste aus dem schwarzen Köper. Von beide Stoffen ist noch ein Rest vorhanden, aber es lies sich schwer einschätzen wie hoch der Stoffverbrauch bei dem Karo wäre.

Der Rock

Nach alten Schnitten zu arbeiten ist etwas kompliziert, der Rock an sich war noch einfach, die Falten unten am Saum habe ich von einer Firma in Berlin plissieren lassen. Nicht ganz billig aber ich wollte nicht anfangen dies selbst zu tun, vor allem wo sie das um einiges besser und schneller machen.
Die Schürze war da schon etwas komplizierter, die Schürze an sich habe ich mit silbernen Taft unterfüttert, von innen Bänder gelget und punktuell so wie die Schürze fallen soll an diesen Bändern angesteckt, in die Bänder später Knopflöcher genäht und an die Schürze innen Knöpfe angenäht, so kann die gesamte Raffung auseinandergenommen, gewaschen und gebügelt werden. Als Verzierung habe ich Schrägbänder aus dem Taft geschnitten und diese noch mit einer schwarzen Zackenrüsche versehen, den Abschluss bildet eine Zackenborte aus silbernen Taft. Die Patten können als Schmuck oder auch als richtige Tasche eingenäht werden, bei mir sind es hier richtige Taschen, macht sich auch sehr gut.
Die Poaufrüschung bekam noch eine zwischeneinlage aus Tüll und wurde auch mit Taft unterfüttert, zum raffen habe ich ihn an die Schürze gesteckt und tiefe Kellerfalten gelegt, dann wieder Bänder innen gelegt und dann so lange rumgesteckt und geflucht bis mir die Raffung gefallen hat.
Auch hier wieder in die Bänder Knopflöcher genäht und an den entsprechenden Stellen an der Rüschung Knöpfe angenäht, Bund dran fertig. Geschlossen wird die Schürze seitlich, am Bund oben Rockhaken annähen und den Schlitz mit der Schürzenraffung überdecken, eventuell ein paar Druckknöpfe mit anbringen.

Oberteil

Das Oberteil besteht aus einer Weste und der offenen Jacke, hier zeigte sich das größte Schnittproblem, der histroische Schnitt passte gar nicht, also wurde ein neuer Schnitt erstellt. Achtet darauf den Schnitt nach dem Maßen mit Korsett auszusuchen. An die Weste kam noch eine Verzierung aus dem silbernen Taft und wird mit Knöpfen geschlossen
Die Jacke aus dem Schottenkaro habe ich komplett mit dünner Klebeeinlage beklebt, der Stoff an sich war einfach viel zu weich. Vorderteil, Rücken und Ärmel sind dabei schräg geschnitten, macht einfach einen tollen Effekt. Auch hier habe ich die Taschen richtig eingearbeitet, muss man aber nicht. Die Blende in der Front ist aus schwarzen Baumwollköper und mit silbernen Taftbändern verziert. Kragen dran vertig.

So ging es dann dieses Jahr zum Viktorianischen Picknick vom WGT.



Kommentare

  1. Désirée meine Liebe,

    entweder hab ich hier deine Kontaktdaten nicht gefunden, oder aber du hast keine angegeben, verzeih also den öffentlichen Kommentar hier ;)
    Wir kennen uns noch von Kleiderkreisel, ich war die Künstlerin…vl erinnerst du dich noch?;)
    Jedenfalls würde ich eventuell etwas bei dir in Auftrag geben lassen – würde mich freuen, wenn du mir mal schreiben würdest, damit ich dir Bilder und nähere Details schicken kann =)
    Alles Liebe

    Tina Benally

    Tina Benally · 28 Dezember, 22:17 · #